Self Service – Wenn Maschinen um Hilfe bitten

Veröffentlicht: 23.09.2022 Aktualisiert: 14.11.2022

Die Benutzerführung von Produkten hat sich in den letzten Jahren massiv weiterentwickelt – eine Nebenerscheinung der immer einfacheren Verfügbarkeit von Computertechnik. In den Geräten sitzt eben nicht mehr eine speziell entwickelte Elektronik mit geringsten Ressourcen, sondern meist eine Standardplattform auf Basis eines Kleinstcomputers. Und so haben selbst Küchenmaschinen heute ein Touchdisplay, auf dem Grafiken dargestellt werden können.

Die Hersteller nutzen die neuen Möglichkeiten aus, indem sie Hilfetexte, -bilder und sogar Animationen auf dem Display darstellen.

Die alten Nadeldrucker machten sich mit kryptischen Piepfolgen bemerkbar und man musste erst einmal im Handbuch nachschlagen, welche Bedeutung das Piepen hatte. Aktuelle Drucker zeigen bei einem Papierstau nicht nur, wo dieser passiert ist, sondern auch, welche Klappen geöffnet werden müssen, um das verunfallte Papier zu entfernen. Gehen Toner oder Tinte zur Neige, meldet sich der Drucker rechtzeitig mit einer detaillierten Meldung, viele Geräte bieten sogar an, gleich Nachschub zu bestellen.

Self Service meint ja eigentlich, dass der Benutzer selbst Wartungsarbeiten durchführt, hier könnte man es erweitern um die Tatsache, dass Maschinen sich inzwischen selbst warten können, indem sie dem Benutzer den Ablauf erklären und sogar die benötigten Materialien bestellen oder zumindest dem Benutzer nennen, der dann gezielt einkaufen gehen kann.

Dieses Prinzip ließe sich mit wenig Aufwand auch auf kommerzielle Anlagen übertragen. Auf Basis der verbauten Sensoren lässt sich der aktuelle Zustand der Maschine bestimmen und wenn ein Wert den definierten Parameterkorridor verlässt, kann die Maschine selbständig Alarm auslösen und beispielsweise eine Checkliste ausgeben, welche Bauteile geprüft werden müssen. Hat der Maschinenhersteller eine intelligente Lösung für den Ersatzteilverkauf, kann die Anlage sich über die Seriennummer im Ersatzteilshop identifizieren. Dann werden dem Einkäufer nur die passenden Teile angeboten.

Maschinen ergreifen die Initiative – das ist mit modernen, intelligenten Steuerungen und ebenso intelligenten Ersatzteilkatalogen auf der „Gegenseite“ keine Science Fiction, sondern ein interessanter Weg, mehr Kundenbindung und -zufriedenheit zu erzeugen.

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