Mehr Nachhaltigkeit im Maschinenbau: Das können After-Sales & Service tun

Veröffentlicht: 04.04.2024 Aktualisiert: 04.04.2024
Thema: Trends

Viele Unternehmen im Maschinen-, Anlagen- und Gerätebau wollen nachhaltiger werden, haben aber nicht die Manpower, aus dem Wunsch Wirklichkeit zu machen. Erfahren Sie, wie After-Sales & Service zu mehr Nachhaltigkeit im eigenen Unternehmen und bei den Kunden beitragen können und was sie dafür brauchen.

Quanos Nachhaltigkeit im Maschinenbau

Mehr als ein Trendbegriff: Was bedeutet Nachhaltigkeit für Unternehmen?

Ob im Privatleben oder in der Wirtschaft – Nachhaltigkeit ist allgegenwärtig. Nachhaltig handeln bedeutet, den Bedürfnissen heutiger Generationen gerecht zu werden, ohne künftige Generationen der Möglichkeit zu berauben, ihre eigenen Bedürfnisse zu erfüllen.

Dabei geht es nicht allein um Klimaschutz, sondern um folgende Dimensionen:

  • Die Ökologische Dimension zielt auf den Schutz und die Erhaltung der Umwelt und natürlicher Ressourcen ab. Unternehmen handeln ökologisch, wenn sie ihren CO2-Fußabdruck verbessern, Abfälle reduzieren und erneuerbare Energiequellen nutzen.
  • Bei der sozialen Nachhaltigkeit steht der Mensch im Mittelpunkt. Sozial verantwortungsvolle Unternehmen befassen sich mit den Auswirkungen ihres Handelns auf ihre Mitarbeiter und die Gesellschaft und fördern Vielfalt und Inklusion am Arbeitsplatz.
  • Ökonomische Nachhaltigkeit bedeutet, langfristig wirtschaftlich zu sein und gleichzeitig soziale und ökologische Aspekte zu berücksichtigen. Unternehmen müssen Werte für Mitarbeiter, Kunden und die Gesellschaft schaffen, die über finanziellen Profit hinausgehen.

Kunden, Mitarbeiter und Bewerber erwarten zunehmend, dass Unternehmen ihr Handeln nach diesen Dimensionen ausrichten. Gleichzeitig steigt der regulatorische Druck. Entsprechend hoch ist der Stellenwert, den Nachhaltigkeit in der Wirtschaft einnimmt.

Wie relevant ist Nachhaltigkeit für Unternehmen?

Der Sustainability Transformation Monitor der Bertelsmann Stiftung zeigt: Der Trend zu mehr Nachhaltigkeit ist ungebrochen. 2023 ist das Thema für 84 Prozent der Unternehmen sogar noch wichtiger geworden – trotz multipler Krisen. Mehr als die Hälfte der Befragten hat nachhaltiges Handeln in der Unternehmensstrategie verankert.

Eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgen laut PwC auch immer mehr Maschinen- und Anlagenbauer. Allerdings hat nur ein Drittel dafür eine Roadmap mit konkreten Maßnahmen und Verantwortlichkeiten ausformuliert und weniger als 50 Prozent fühlen sich gut auf zukünftige – vor allem regulatorische – Anforderungen vorbereitet.

Welche Nachhaltigkeitsvorgaben müssen Maschinen-, Anlagen- und Gerätehersteller erfüllen?

In allen Nachhaltigkeitsdimensionen sind Vorgaben geplant oder in Kraft, die auch Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau betreffen. Das Lieferkettengesetz verpflichtet sie zum Beispiel in der sozialen Dimension dazu, für die Einhaltung von Menschenrechten entlang ihrer Lieferketten zu sorgen und umweltbezogene Pflichten zu erfüllen.

Weitere Regularien beleuchtet die KVD-Studie „Nachhaltigkeit im Service“. Die wichtigsten fassen wir im Folgenden zusammen.

1. Berichtspflicht

Viele Unternehmen sind bereits berichtspflichtig. Mit der neuen Corporate Sustainability Reporting Directive der EU müssen sie nun auch den Einfluss ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten auf die Umwelt reporten.

In Zukunft wird sich der Kreis der Unternehmen deutlich vergrößern, die umfassend über Nachhaltigkeitsaspekte in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung berichten müssen.

2. CO2-Bilanzierung

Bei der Bewertung ihrer Umweltauswirkungen müssen Maschinen- und Anlagenbauer verschiedene Kategorien von Treibhausgasemissionen berücksichtigen. Dazu gehören direkte Emissionen, die ihre Anlagen verursachen, indirekte Emissionen, zum Beispiel durch den Bezug von Strom, und Emissionen, die außerhalb der eigenen Betriebsgrenzen entstehen – etwa im Lebenszyklus von Maschinen, Anlagen und Geräten.

Insbesondere die letzte Kategorie ist schwer zu bewerten: Sie hängt unter anderem davon ab, wie langlebig Produkte sind und was am Ende der Lebensdauer mit ihnen passiert. Für die Bewertung müssen Maschinenbauer deshalb zum Beispiel Lebenszyklusanalysen in die Produktentwicklung integrieren.

3. EU-Green-Deal

Das Erfassen von CO2-Emissionen ist Grundlage für eine klimaneutrale Wirtschaft, wie sie die EU mit dem Green Deal perspektivisch erreichen will. Langfristig ist deshalb damit zu rechnen, dass nicht nur Konsumgüterhersteller ihren CO2-Fußabdruck bilanzieren müssen, sondern auch Maschinenbauer.

4. Ökodesign-Verordnung

Ziel der Ökodesign-Verordnung ist, dass weniger Produkte weggeworfen werden. Produkte wie Maschinen und Geräte sollen künftig nicht nur energie- und ressourceneffizienter sein – der Fokus der Hersteller muss außerdem auf Haltbarkeit, Zuverlässigkeit, Wiederverwendbarkeit, Nachrüstbarkeit und Reparierbarkeit sowie einfacher Recycelbarkeit liegen.

Was können After-Sales & Service für die nachhaltige Entwicklung ihres Unternehmens tun?

Um ihre selbst auferlegten oder durch den Gesetzgeber festgelegten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, brauchen Maschinenbauer die Unterstützung aller Abteilungen. Langfristig kann die Produktentwicklung viel bewirken. Kurzfristig können vor allem After-Sales und Service die Nachhaltigkeit im Unternehmen vorantreiben.

So trägt der Service zu mehr Nachhaltigkeit bei

Der After-Sales-Service kann zum Beispiel dafür sorgen, dass Maschinen, Anlagen und Geräte effizient repariert und länger genutzt werden können.

Das sind mögliche Ansatzpunkte:

Das Ziel sind langlebige Maschinen und Werkzeuge. Denn sie schonen Ressourcen, sparen den Betreibern Kosten und stärken die Kundenbindung.

Konkrete Beispiele für nachhaltigen Service im Maschinenbau und Tipps für die Umsetzung finden Sie hier

Herausforderungen auf dem Weg zur Nachhaltigkeit

Laut der BearingPoint-Studie „Sustainable Service“ beschäftigen sich zwar 90 Prozent der Maschinen- und Anlagenbauer bereits mit nachhaltigem Service. Doch nur rund 25 Prozent können umfangreich Emissionen messen. 13 Prozent der befragten Maschinenbauer geben sogar an, ihre Emissionen nicht einmal abschätzen zu können.

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Implementierungsgrad technischer Lösungen. Nur 20 Prozent der Befragten nutzen virtuelle Assistenten im Feld. Sensorik, Vernetzung und Integration finden erst bei 23 Prozent der Befragten dauerhafte Anwendung.

Auf digitale Technologien setzen

Als Gründe für die zaghafte Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen geben sowohl Mitarbeiter als auch Führungskräfte im Maschinenbau personelle Engpässe an. Abhilfe können Systeme wie der Digital Information Twin oder digitale Ersatzteilkataloge von Quanos schaffen.

Die Lösungen unterstützen Serviceleiter bei ihren Herausforderungen, indem sie den Einstieg in die Digitalisierung vereinfachen und Serviceorganisationen helfen, nachhaltiger zu wirtschaften und gleichzeitig ihre Teams zu entlasten.

Die Lösungen von Quanos bilden die Grundlage für nachhaltige Geschäftsmodelle, zum Beispiel digitale After-Sales-Portale: Darin finden Servicetechniker und ihre Kunden alle relevanten Informationen zu Maschinen und Ersatzteilen in anschaulicher, leicht nutzbarer Form. Das hat mehrere positive Nachhaltigkeitseffekte:

  • Instandhaltungen und Wartungen werden effizienter – zum Beispiel durch die Verknüpfung von Technischer Doku und Ersatzteilinformationen.
  • Betreiber können Ersatzteile einfacher identifizieren und bestellen, wodurch sich der Maschinenlebenszyklus verlängert.
  • Serviceeinsätze lassen sich besser planen und die Techniker wissen jederzeit über den Zustand der Maschine und frühere Einsätze Bescheid – das reduziert Stillstände und Ausfallzeiten, steigert die Produktivität der Kunden und schont Ressourcen.

Mit digitalen Lösungen für den Service können Maschinenbauer die nachhaltige Entwicklung von Geschäftsmodellen stemmen, die Prozesse bei ihren Kunden optimieren und die eigenen Mitarbeiter entlasten.

Die Quanos Lösungen zahlen auf alle Dimensionen der Nachhaltigkeit ein. Informieren Sie sich jetzt, wie der Quanos InfoTwin Sie darüber hinaus im Service unterstützt und werfen Sie in einer kostenfreien Demo direkt einen Blick in die Cloud-Lösung.

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