Ersatzteilerkennung via Foto  - Vision oder bereits Realität? Teil 1

Veröffentlicht: 15.09.2021 Aktualisiert: 01.05.2022
Thema: Betreiber Hersteller Ersatzteile identifizieren KI Technologie

Sowohl Servicetechniker von Maschinen-, Anlagen-, Fahrzeug- oder Gerätebauunternehmen als auch Instandhaltungstechniker von Betreiberunternehmen kennen folgende Situation: Ein Störfall führt zu einem Maschinenstillstand, der wertvolle Produktionszeit kostet und so schnell wie möglich behoben werden muss. Nun gilt es, die Ursache des Störfalls schnell zu identifizieren und zu beseitigen.

 

 

Sowohl Servicetechniker von Maschinen-, Anlagen-, Fahrzeug- oder Gerätebauunternehmen als auch Instandhaltungstechniker von Betreiberunternehmen kennen folgende Situation: Ein Störfall führt zu einem Maschinenstillstand, der wertvolle Produktionszeit kostet und so schnell wie möglich behoben werden muss. Nun gilt es, die Ursache des Störfalls schnell zu identifizieren und zu beseitigen.  

Eine Herausforderung liegt oftmals in der Identifikation des richtigen Ersatz- oder Verschleißteils: Je nach Komplexität der Maschine bzw. je nach Größe und Verschleiß des Ersatzteils ist das gar nicht so einfach. Eine Fehlidentifikation führt zu längeren Stillstandzeiten und damit zu höheren Kosten. 

 

 

3 klassische Wege zur Identifizierung des benötigten Ersatzteils

Hat der Servicetechniker oder Instandhalter Zugriff auf einen elektronischen Ersatzteilkatalog, so stehen ihm in der Regel folgende Möglichkeiten zur Verfügung, um möglichst schnell das korrekte Ersatzteil zu identifizieren

1. Manuelle Navigation über den Einbauort:
Über die Baugruppenstruktur des Ersatzteilkatalogs hangelt sich der Techniker anhand der Komponenten der Maschine in die richtige Unterbaugruppe und identifiziert das richtige Ersatzteil. Unterstützt wird er dabei durch die Stückliste mit ihren Einträgen zu den einzelnen Bauteilen sowie Metainformation; ggfs. sind Bilder oder Grafiken im Ersatzteilkatalog enthalten, die weitere Informationen liefern.

 

 

 

 

2. Visuelle Identifizierung über 2D-/3D-Grafiken:
Enthält der digitale Ersatzteilkatalog beispielsweise 3D-Grafiken der Maschine, so hat der Servicetechniker die Möglichkeit, innerhalb des 3D-Modells per visueller Erkennung das richtige Ersatzteil zu finden: Er kann das 3D-Modell drehen, fokussieren, einzelne Teile ein- und ausblenden, transparent darstellen - und so virtuell einen Blick in das Innere der Maschine werfen. Der direkte Vergleich der dreidimensionalen Darstellung der einzelnen Komponenten mit der Realität vereinfacht die korrekte Identifizierung des benötigten Teils.

 

 

 

 

3. Identifizierung über die Textsuche:
Ist dem Techniker zumindest grob bekannt, um welches Teil es sich handelt, bietet sich die integrierte Textsuche des Ersatzteilkatalogs an. Anhand des Namens des Ersatzteils oder einer Metainformation, wie z.B. die Artikelnummer, kann der Anwender im gesamten Katalog oder in definierten Bereichen nach dem benötigten Teil suchen und dieses direkt online bestellen.

 

 

 

 

Alle drei Wege funktionieren gut und führen zum Ziel, erfordern jedoch vom Servicetechniker oder Instandhalter ein fundiertes Wissen über den Aufbau, die Komponenten und einzelne Teile einer Maschine. Gibt es einen Weg, diesen Prozess zu vereinfachen und eine noch leichtere Identifizierung des Ersatzteils zu ermöglichen, die weniger Wissen über die Maschine erfordert? 

 

 

Die Lösung: Ersatzteilerkennung via Foto

Vereinfacht sieht der Prozess der Ersatzteilerkennung via Foto folgendermaßen aus:

  1. Der Servicetechniker oder Instandhalter fotografiert mit seinem Smartphone oder Tablet das ausgebaute Ersatzteil ab.
  2. Er übermittelt das Foto digital an einen Dienst, der auf ein cloudbasiertes, neuronales, trainiertes Netz auf Basis aller relevanten Ersatzteilinformationen des Herstellers der defekten Maschine zugreift.
  3. Der Dienst ermittelt mit Hilfe von KI-Technologien, um welches Ersatzteil es sich handeln könnte und spielt die relevanten Ergebnisse mit Angabe der Trefferwahrscheinlichkeit innerhalb weniger Sekunden an den Servicetechniker zurück. 
  4. Die Ergebnisse werden direkt im digitalen Ersatzteilkatalog oder Service-Informationssystem angezeigt. Per Klick auf eines der Ergebnisse springt der Servicetechniker zum entsprechenden Teil im Ersatzteilkatalog. Hier erhält er weitere Informationen zum Bauteil, welches direkt verknüpft ist mit relevanten Abschnitten aus der technischen Dokumentation und weiteren Inhalten.  
  5. Mit den zusätzlichen Informationen kann der Techniker nun entscheiden, ob es sich um das benötigte Ersatzteil handelt bzw. welches der Ergebnisse das Richtige ist.  
  6. Der Servicetechniker kann direkt über den digitalen Ersatzteilkatalog eine Bestellung auslösen und sich über den Prozess des Einbaus informieren.

 

 

Vorteile der Ersatzteilerkennung via Foto

  • Durch den vereinfachten Prozess ist weniger Wissen beim Servicetechniker erforderlich.
  • Er spart sich wertvolle Zeit bei der Identifizierung des benötigten Ersatzteils. Die First Time Fix Rate wird erhöht, die Kundenzufriedenheit gesteigert.  
  • Die Angabe der Trefferwahrscheinlichkeit gibt Aufschluss darüber, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass es sich um das richtige Teil handelt. 
  • Die direkt mit den jeweiligen Ergebnissen verknüpften Informationen aus dem Ersatzteilkatalog helfen bei der eindeutigen Identifizierung des Ersatzteils.
  • Es wird kein spezielles Gerät und keine besonderen Kenntnisse bei der Bedienung benötigt; ein herkömmliches Smartphone oder Tablet mit Kamerafunktion reicht aus.

 

 

Das klingt alles viel zu schön, um wahr zu sein?

In Teil 2 unserer Blogserie „Ersatzteilerkennung via Foto – Vision oder bereits Realität?“ machen wir den Realitätscheck: Handelt es sich bisher nur um eine Vision oder ist die Ersatzteilerkennung via Foto bereits Realität? Welche Grenzen und Herausforderungen gibt es und wie kann diesen begegnet werden?

 

Hier geht's zum Blogbeitrag

 

 

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